Zeit schenken, Leben retten – Tag der Organspende in Regensburg
An diesem besonderen Tag, jeweils am ersten Samstag im Juni soll auf das Thema Organspende bundesweit hingewiesen werden und der Appell sich zu entscheiden und die Entscheidung zu dokumentieren stehen im Mittelpunkt. Aber auch dem Dank der Transplantierten an Ihre Organspender und deren Angehörigen soll Raum gegeben werden.
Der Tag der Organspende kehrt zurück zu seinen Wurzeln – ein Rückblick
42 Jahre nach dem ersten Patienten-Aufruf zu einem Tag der Organspende in Regensburg findet hier die große zentrale Jahresveranstaltung zum 43. Tag der Organspende statt. Was 1983 durch den zweifach nierentransplantierten Siegfried Bäumel, langjähriger Vorsitzender der Hilfsgemeinschaft der Dialysepatienten und Transplantierten Regensburg (2021 verstorben) ins Leben gerufen wurde hat sich über die Jahrzehnte zu einer großen Veranstaltung mit viel Medienresonanz entwickelt. Der Sohn Siegfried Bäumel jr. und Jutta Riemer berichteten in einer Talkrunde über die Entwicklung des Tages der Organspende. Waren schon die vielen regionalen Veranstaltungen sehr hilfreich das Thema in vielen Orten in die Bevölkerung zu tragen, gab im Jahr 2002 die Idee von Jutta Vierneusel, Gründerin und damals Vorsitzende von Lebertransplantierte Deutschland e.V. (2017 verstorben) der großartigen Idee einen weiteren wichtigen Impuls. LD e.V. organisierte damals einen besonderen Dankgottesdienst im Mainzer Dom, zelebriert von Karl Kardinal Lehman, und Betroffenen, ergänzt durch einen Infostand der Verbände und der LZG Rheinland-Pfalz. Frau Vierneusel legte mit der Einbindung der weiteren Bundesverbände der Transplantierten (BDO e.V. und Niere e.V.) einem Herzverein und der LZG den Grundstein für die späteren seit 2005 gemeinsam organisierten bundesweiten Veranstaltungen mit weiteren Partnern, zuvorderst die Deutsche Stiftung Organtransplantation, später auch die BZgA, die DTG, die Stiftung Überleben und immer auch örtliche Partner am jeweiligen Veranstaltungsort. Seither wandert diese bundesweite Veranstaltung von Bundesland zu Bundesland.
Eröffnung durch den Dankgottesdienst
Begonnen wurde der Tag traditionsgemäß mit einem Dankgottesdienst der in der „Alten Kapelle“ am Kornmarkt. Mit einem Bibelvers aus dem Buch Hiob (Hiob 14,7-9) zog sich das Thema Hoffnung durch die Predigt, die Fürbitten und die Symbolhandlung. Dr. Christoph Seidl sprach in seiner Predigt über Hoffnungsmenschen. So bezeichnete sich ein Arzt in der Palliativmedizin einmal selbst. Für ihn war es wichtig nicht nur die Hoffnung zu vermitteln, dass etwas schon gut ausgehen werde, sondern auch dass wir in den letzten Lebensphasen oder schwerster Erkrankung etwa eine Hoffnung auf Sinnhaftigkeit dessen, was unvermeidlich geschieht, vermitteln können. Betroffene haben in Ihren Statements und Fürbitten über Ihre Hoffnungen, Zweifel und Ängste aus ihrer ganz individuellen Sicht berichtet. Die Sprecher brachten grüne Blätter zu einem tot geglaubten Stamm, der wieder ausgetrieben war. Eine Spende von 450,-€ ging an die Initiative für die Unterstützung der Geschwisterkinder der kranken, kleinen Patientinnen und Patienten im KUNO (Kinder-Uni-Klinik Ostbayern).
1173 Geschenkte Lebensjahre und zahlrieche Aktionen
Eine weitere Tradition wurde auch in Regensburg weiterhin gepflegt. Die bei der Mitgliederversammlung von LD e.V. 2010 in Stuttgart aus der Taufe gehobene Aktion der geschenkten Lebensjahre wurde seinerzeit schon vom damaligen Organisationsteam des Tages der Organspende übernommen und ist seither Tradition. In Regensburg wurde dabei sogar die magische 1000 geknackt. Denn auf dem Kornmarkt in Regensburg konnten in diesem Jahr durch die organtransplantierten Menschen mit ihren Lebensjahre-Schildern insgesamt 1173 durch Organspende geschenkte Jahre präsentiert werden. Schirmherr dieser Aktion war 2025 Dr. Georg Kippels, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Gesundheit: „Diese Schilder zeigen eindrucksvoll, was Organspende bewirken kann: mehr Zeit durch viele weitere Lebensjahre und sogar Jahrzehnte, die ohne eine lebensrettende Spende nicht möglich gewesen wären.“ Auch die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken appelliert im Vorfeld anlässlich dieses Tages ich an alle, die zu diesem Schritt prinzipiell bereit sind: „Sprechen Sie darüber mit Angehörigen, dokumentieren Sie Ihre Entscheidung – ob in einem Organspendeausweis oder im Organspende-Register.“
Die Regensburger und Interessierte Und vor allen Dingen viele Betroffene aus ganz Deutschland kamen, um sich an den Ständen der Betroffenen zu informieren, die vielen weiteren Aktionen auf dem Platz zu nutzen und den Talkrunden mit Prominenten, Vertretern der Politik, Kirchen und Betroffenen zuzuhören. Der Tag war durch ein Organisationsteam der Veranstalter (Patientenverbände, DSO, BZgA -jetzt BioG-, DTG, Stiftung Überleben) über das ganze Jahr hinweg aufwändig vorbereitet worden. Zahlreiche Aktionen waren auch schon in den Wochen und Monaten zuvor durch die Initiative Organspende Ostbayern gestartet worden. Dank großer Medienresonanz wurden die Menschen nicht nur in Regensburg , sondern in ganz Deutschland für das Thema Organspende – Zeitschenken, Leben retten sensibilisiert.
Text: Jutta Riemer
Bilder: DSO, Silvia Baumgärtler und Timo Rückauer,
Lebertransplantierte Deutschland e.V.
Montag - Freitag 9:00 bis 13:00 Uhr
Telefon: 02302/1798991
Fax: 02302/1798992
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