Schüler informieren sich über Organspende – Persönlicher Austausch mit Organtransplantierten

Am Freitag, 10. Juli 2026, informierten sich rund 60 Schülerinnen und Schüler der Biologie-Leistungskurse sowie der Schulsanitäts-AG des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Marbach beim Informationstag zur Organspende am SLK-Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn über die medizinischen, ethischen und persönlichen Aspekte der Organtransplantation.

Die Veranstaltung wurde von den Transplantationsbeauftragten der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH – Dr. Wolfgang Radunz, Dr. Jens Gold, Dr. Ina Rembold-Schuster, Dr. Michael Petrasch, Dr. Andrea Geier-Nadler, Annika Martin, Prof. Linhardt und Elke Burkard – organisiert. Nach der Begrüßung verfolgten die Schülerinnen und Schüler die NDR-Reportage „Wenn der Tod ein Anfang ist“, die anschließend gemeinsam besprochen wurde.

Im weiteren Verlauf des Tages durchliefen die Jugendlichen in kleinen Gruppen verschiedene Stationen. Neben Führungen über die Operative Intensivstation und die Intensivstation der Kinderklinik erhielten sie im Seminarraum Trappensee fundierte Informationen über die Organspende, die Hirntoddiagnostik, den Ablauf einer Organentnahme sowie die medizinischen und ethischen Grundlagen der Transplantationsmedizin. So konnten sie Theorie und klinische Praxis unmittelbar miteinander verbinden.

Den Abschluss des Informationstages gestaltete der Verein Lebertransplantierte Deutschland e.V.. Von 14:00 bis 15:00 Uhr berichtete Timo Rückauer in einem persönlichen Vortrag über seinen Weg von der Diagnose seiner schweren Lebererkrankung über die umfangreichen Listungsuntersuchungen und die Zeit des Wartens auf ein passendes Spenderorgan bis hin zur Lebertransplantation, der anschließenden Genesung und seinem heutigen Leben. Offen schilderte er die körperlichen und seelischen Herausforderungen dieser Zeit und machte deutlich, welche neue Lebensqualität ihm erst durch die Organspende ermöglicht wurde. Sein authentischer Erfahrungsbericht vermittelte den Schülerinnen und Schülern eindrucksvoll, dass hinter jeder Organspende ein menschliches Schicksal steht.

Begleitet wurde Timo Rückauer von Andreas Müller, Leiter der Kontaktgruppe Karlsruhe und Umgebung des Verbands Lebertransplantierte Deutschland e.V., der sich im anschließenden Austausch ebenfalls den Fragen der Schülerinnen und Schüler stellte.

Im Anschluss an den Vortrag standen Timo Rückauer, Andreas Müller und die anwesenden Transplantationsbeauftragten den Schülerinnen und Schülern in einer offenen Fragerunde Rede und Antwort. Dabei wurden sowohl die im Laufe des Tages gesammelten Fragen als auch zahlreiche neue Fragen beantwortet. Das Interesse der Jugendlichen war groß. Sie wollten unter anderem wissen, welche Einschränkungen nach einer Lebertransplantation bestehen, ob Sport wieder möglich ist, ob man wieder alles essen darf, wie sich der Alltag mit den lebenslang notwendigen Medikamenten gestaltet und welche regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen erforderlich sind. Auch Fragen zur Wartezeit auf ein Spenderorgan, zur Rückkehr in Schule, Ausbildung oder Beruf sowie zur Lebensqualität nach einer Transplantation wurden ausführlich beantwortet.

Der persönliche Austausch mit Organtransplantierten ergänzte die medizinischen Informationen des Tages auf besondere Weise. Viele der Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen direkt an Betroffene zu richten und erhielten dadurch einen authentischen Einblick in das Leben vor und nach einer Lebertransplantation.

Die Lebertransplantierte Deutschland e.V. bedankt sich herzlich bei den Transplantationsbeauftragten der SLK-Kliniken Heilbronn GmbH für die Einladung und die hervorragende Organisation dieses gelungenen Informationstages. Ein besonderer Dank gilt den Schülerinnen und Schülern des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Marbach für ihr großes Interesse, ihre Aufmerksamkeit und die vielen fundierten Fragen. Das große Engagement der Jugendlichen hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen medizinischen Fachkräften, Organtransplantierten und jungen Menschen ist. Solche Begegnungen leisten einen wichtigen Beitrag zu einer sachlichen Aufklärung über die Organspende und können dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und informierte Entscheidungen zu fördern.

Text und Bild: Andreas Müller

Kontakt

Lebertransplantierte Deutschland e.V.
Montag - Freitag 9:00 bis 13:00 Uhr 

Telefon: 02302/1798991
Fax: 02302/1798992

E-Mail: geschaeftsstelle(at)lebertransplantation.de

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