Im Rahmen einer Festveranstaltung ehrte Staatssekretär Prof. Dr. Christian Raible am 12. August 2026, gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), die Universitätsmedizin Frankfurt für ihren herausragenden Einsatz für die Organspende. Das Krankenhaus erzielte in den Jahren 2024 und 2025 die höchsten Organspendezahlen unter den Universitätskliniken der DSO-Region Mitte.
An der Universitätsmedizin Frankfurt sind die Abläufe für den Fall einer möglichen Organspende bis ins Detail festgelegt und werden mit größter Sorgfalt und Expertise umgesetzt. Dieses konsequente Vorgehen hat der Klinik in den Jahren 2024 und 2025 zu einer deutlichen Steigerung der Organspendezahlen geführt. Für ihren Einsatz wurden die Mitarbeitenden von Staatssekretär Prof. Dr. Christian Raible, Hessisches Ministerium für Familien, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, gemeinsam mit PD Dr. Ana Paula Barreiros, Geschäftsführende Ärztin der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO,) in der Region Mitte, ausgezeichnet. Die Region Mitte umfasst die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.
Im Jahr 2025 wurden in der Universitätsmedizin Frankfurt zwölf Organspenden registriert, im Jahr 2024 waren es elf.
„In der Universitätsmedizin Frankfurt setzen sich die Transplantationsbeauftragten gemeinsam mit Ärztinnen, Ärzten, Pflegefachpersonen und unterstützt durch den Vorstand mit großem Engagement für die Organspende ein. Dafür bedanke ich mich im Namen der Hessischen Landesregierung“, so Prof. Dr. Christian Raible, Staatssekretär im Hessischen Gesundheitsministerium. „Das ist vorbildlich und ein wichtiges Signal an die Öffentlichkeit und in die DSO-Region Mitte.“
Prof. Dr. Christian Raible führte weiter aus: „Ich möchte diese Auszeichnung mit einem Appell verbinden. Treffen Sie zu Lebzeiten eine bewusste Entscheidung zur Organspende, sprechen Sie mit Ihrer Familie darüber und dokumentieren Sie Ihre Entscheidung im Organspendeausweis oder im Register. Damit entlasten Sie zugleich Ihre Angehörigen, die andernfalls in einer ohnehin schweren Stunde stellvertretend für Sie entscheiden müssten. Auch die Widerspruchsregelung könnte uns hier helfen, weil sie alle dazu bewegen würde, sich mit dieser Frage einmal bewusst auseinanderzusetzen. Denn jede Entscheidung für die Organspende kann einem schwer kranken Menschen das Leben retten.“
Den Festvortrag der Veranstaltung hielt Prof. Dr. Rainer Forst, Professor für Politische Theorie und Philosophie sowie Direktor des Forschungszentrums Normative Ordnungen der Goethe Universität. Er ordnete das Thema in einen größeren normativen und gesellschaftspolitischen Kontext ein: „Ich gratuliere der Universitätsmedizin Frankfurt und ihren Verantwortlichen herzlich zu dieser Auszeichnung. Das Thema der Organspende berührt den Kern des Verhältnisses von individueller Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung bzw. Solidarität. Es ist an der Zeit, dieses Verhältnis neu zu bestimmen.“
Die Geschäftsführende Ärztin der DSO-Region Mitte, PD Dr. Ana Paula Barreiros, dankte den Transplantationsbeauftragten und allen beteiligten Mitarbeitenden für ihren vorbildlichen Einsatz.
Im Jahr 2025 gab es 119 Organspenderinnen und -spender in der DSO-Region Mitte. Sie verteilen sich auf 63 Spenderinnen und Spender in Hessen, 39 in Rheinland-Pfalz und 17 im Saarland. 362 postmortal entnommene Organe konnten für die Transplantation vermittelt werden. Zum Jahresende 2025 standen mehr als 1.000 Menschen aus der Region auf der Warteliste für eine Transplantation. Im ersten Halbjahr 2026 wurden bereits 66 Organspenden in der Region DSO-Mitte gezählt.
„Die Rahmenbedingungen für Organspenden haben wir stetig weiterentwickelt. Dazu gehört unter anderem das Konzept, auf jeder Intensivstation zwei geschulte ärztliche Transplantationsbeauftragte einzusetzen“, erklärte Prof. Dr. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Frankfurt. „Über die heutige Auszeichnung freuen wir uns sehr – sie gilt insbesondere allen Mitarbeitenden, die zu diesem beeindruckenden Ergebnis beigetragen haben.“
„Unsere Aufgabe ist es, mögliche Organspenderinnen und -spender zuverlässig zu identifizieren und den Prozess der Organspende gemeinsam mit den Koordinatorinnen und Koordinatoren der DSO sorgfältig umzusetzen“, ergänzte PD Dr. Florian Raimann, Haupttransplantationsbeauftragter an der Universitätsmedizin Frankfurt.
PD Dr. Tamás Benkö, Leiter des Schwerpunkts Transplantationschirurgie, ergänzt: „Dass uns das an der Universitätsmedizin Frankfurt so gut gelingt, verdanken wir dem Einsatz vieler motivierter Kolleginnen und Kollegen.“
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von der Gruppe Dr. Hoch’s Konservatorium.
Text: Mariele Höhn
Quellen: DSO, Unimedizin Frankfurt
Fotos: Pressestelle der Unimedizin Frankfurt
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