15. Regensburger Patienten-Arzt-Pflege Seminar für Lebertransplantierte, Angehörige und Wartepatienten

Das Universitätsklinikum Regensburg und Lebertransplantierte Deutschland (LD e.V.) hat zum 15.mal alle Lebertransplanierten, Wartepatienten und ihre Angehörigen zum alljährlichen Patienten-Arzt-Pflege Seminar eingeladen.

Herr Thomas Bonkowski begrüßte alle Anwesenden und stellte die Ärzte und ihre Vorträge nochmals vor.

 „Neues aus dem Transplantationszentrum Rgbg. und aktuelle Entwicklungen“ mit diesem Beitrag begann PD Dr. Stefan Brunner die Vortragsreihe. Er führte aus, dass trotz aller Bemühungen die Organspenderzahlen weiterhin rückläufig sind und das Alter der Spender ansteigt. Auf der Warteliste stehen ca. 10.000 Menschen und leider versterben täglich drei Menschen, die ein lebensrettendes Organ nicht mehr bekommen konnten. Durch den Organmangel wird die Lebendspende immer häufiger. Bei Kindern sind es bis zu 50 %, bei Erwachsenen bis zu 10 % der Lebertransplantationen.

Es gab aber auch Gutes zu berichten. Am 01.04.2019 wurden verschiedene Verbesserungen in das Transplantationsgesetz aufgenommen. So werden, je nach Anzahl der Intensivbetten, die Transplantationsbeauftragten freigestellt, die Entnahmekrankenhäuser erhalten eine bessere kostendeckende Vergütung und es sollen flächendeckend Neurologen und Neurochirurgen eingesetzt werden, welche gerade kleinere Krankenhäuser bei der Hirntoddiagnostik unterstützen. Auch die anonymen Dankschreiben an die Angehörigen der Spender dürfen wieder von der DSO weitergeleitet werden.

Als nächstes nahm Dr. Melanie Kandulski Stellung zu: „Risikofaktor Diabetes – den Blutzucker im Blick behalten“. Der Anfang einer Fettleber ist oft das Übergewicht. Es kommt zu einer Störung des Stoffwechsels, die Folge kann dann Diabetes sein. Die Schnittmenge von Diabetes und Fettleber ist sehr groß. Mit einer Umstellung der Ernährung, d.h. Fette reduzieren (siehe Ernährungspyramide) und Bewegung kann man viel erreichen. Ihr Fazit lautet: Lebensstil ändern ist die optimale Therapie des Diabetes.

Weiter ging es mit „Visionen dürfen erlaubt sein – seid ihr dabei?“ Unsere Vision für 2020 ist eine Vernissage, sozusagen die „Big Picture der Organspende und Transplan-tation“, mit diesen Worten begannen Brigitte Herzog und Peter Schlauderer (beide sind Ansprechpartner bei LD e.V.) ihren Vortrag. Visionen, Ideen, Ziele, Pläne treiben die Menschen an. Organspende – kein Thema hat so viele Facetten, soviel schwarz und weiß und doch so viel Farbe. Kein Thema geht so tief! Mit einer Bilderausstellung möchten sie auch Unbeteiligte erreichen - eine andere Sicht auf die Organspende, große und tiefe Einblicke in das Leben der betroffenen Menschen geben. Sie möchten zeigen, dass dieses Thema alle, auf die eine oder andere Weise, angeht. Sie wollen alle TX-Programme des UKR von der Kindertransplantation angefangen über Stammzellen-, Herz-, Nieren-, und Lebertransplantation bis hin zur Lebendspende einbinden. Mit dem Aufruf an alle: „Bitte unterstützt uns, gemeinsam sind wir stark, gemeinsam können wir etwas erreichen“ beendeten sie den Vortrag.

Vor der Pause wurden noch verschiedene Patientenfragen von den anwesenden Ärzten beantwortet, z.B. ob eine Herpes-/Virenimpfung sinnvoll sei. Mit einem klaren „Ja“ beantwortete Herr Dr. Peschel diese Frage. Er empfiehlt den Impfausweis regelmäßig vom Hausarzt oder in der LTX Sprechstunde überprüfen zu lassen.

Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter mit dem Vortrag von Pater Klaus Schäfer.

„Portale/Pforten – Eintritt in ein neues Leben“. Er verglich die Transplantation mit den Portalen auf dem Jakobsweg. Man kommt auf die andere Seite und fragt sich: “Wie soll es nun weitergehen? Wohin mit all meinen Fragen?“. Ärzte, Pfleger, Psychologen und Seelsorger sind Wegbegleiter, sie können die Fragen beantworten. Man soll das Spenderorgan als Geschenk annehmen und jeden Tag beginnen mit dem Gebet:

„…unsere tägliche Freude gib uns heute. Heute gönne ich mir was Gutes!“

Frau Maria Baumgärtner erzählte von ihrem „Geschenk des zweiten Lebens“.

Nach einer Gallenoperation kam es zu einem akuten Leberversagen. Sie wurde dann in ein künstliches Koma versetzt und es musste schließlich eine neue Leber transplantiert werden. Während dieses sehr dramatischen Verlaufes hat es ihr gut geholfen, dass immer jemand von ihrer Familie oder Freunde an ihrer Seite waren. Nach dem Delirium musste sie sich mühsam in ihr Leben zurück kämpfen. Mit viel Dankbarkeit denkt sie heute jeden Tag an ihren Spender und richtet einen Appell an die Zuhörer: „Seid achtsam, schaut auf euch, seid auch mal egoistisch“, mit diesen Worten beendete sie ihren sehr bewegenden Vortrag.

Rund, aber nicht gesund – wenn der Zeiger der Waage zu weit ausschlägt!

Bewegung, auch wenn es nur wenige Schritte sind, ist sehr wichtig, um dem Muskelabbau zuvor zu kommen, sagte Dr. Georg Peschel. Im Zusammenhang mit einer anstehenden Transplantation nimmt der Bauchumfang häufig auch wegen dem sogenannten Bauchwasser (Aszites) zu. Hier ist es immens wichtig auf eine gute Ernährung und einen gesunden Lebensstil zu achten und vor allem sollen die Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen werden. Herr Dr. Peschel erklärte zu diesem Thema schon viel bei den Patientenfragen.

Herr Tobias Lehner spielte zum Abschluss auf seinem diatonischen Akkordeon Weihnachtlieder und erzählte launige Weihnachtsgeschichten.

Es war wieder ein sehr informativer Tag und wir bedanken uns sehr herzlich bei allen, die mitgewirkt haben.

Text: Renate Tausche

Noch eine persönliche Bemerkung: Ich bitte alle Wartepatienten (wenn es gesund-heitlich möglich ist), Transplantiert und Angehörige sich die Zeit zu nehmen und zu den angebotenen Veranstaltungen der Uniklinik zu kommen, damit diese Treffen auch weiterhin im gewohnten Umfang stattfinden können.

 

Tobias Lehner, Brigitte Herzog, Peter Schlauderer, Thomas Bonkowski und Renate Tausche

Tobias Lehner, Brigitte Herzog, Peter Schlauderer, Thomas Bonkowski und Renate Tausche

Renate Ziegler am Stand bei Renate Tausche

Renate Ziegler am Stand bei Renate Tausche

Brigitte Herzog, Peter Schlauderer und Renate Tausche

Brigitte Herzog, Peter Schlauderer und Renate Tausche

Kontakt

Lebertransplantierte Deutschland e.V.
Montag - Donnerstag 10:00 bis 15:00 Uhr 

Telefon: 02302/1798991
Fax: 02302/1798992

E-Mail: geschaeftsstelle(at)lebertransplantation.de

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