Großer Einsatz und Erfolg des „Blauen Teams“ in Tripsdrill - Organspendeinfo bei den DRK-Blutspendetagen

31.07 - 04.08.17

Zum 17. Mal hat der DRK Blutspendedienst BW/Hessen zu einer Blutspendewoche nach Tripsdrill bei Cleebronn im Kreis Heilbronn eingeladen, gesponsert von der Familie Fischer, dem Betreiber des weit über Baden-Württemberg hinaus bekannten Vergnügungsparks mit Wildpark, im idyllischen Stromberg gelegen.

Und wie immer sind auch prominente Blutspender zum Auftakt mit Pressekonferenz der Einladung der Veranstalter gefolgt, ebenso wie knapp vier Tausend Blutspendewillige, von denen letztlich 3476 je einen halben Liter ihres kostbaren Lebenssaftes verschenkt haben. Leider konnte der Schirmherr, Innenminister Thomas Strobl (CDU), nicht wie gehofft als erster mit gutem Beispiel vorangehen, er war durch einen anderen wichtigen Termin verhindert und ließ sich durch Hermann Schröder vertreten, Ministerialdirigent im Innenministerium Baden-Württemberg. Wie meist war auch der CDU-Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Neckar-Zaber Eberhard Gienger ebenso wie einige Bürgermeister der Umgebung unter den ersten Blutspendern. Bisher konnten seit 2001 immerhin 47.841 Blutspender in Tripsdrill registriert werden. Eine gewaltige Herausforderung und beachtliche Leistung auch für das DRK-Team, neben den Hauptamtlichen mit sehr vielen ehrenamtlichen Helfern in einem riesigen Zelt, das meist voll besetzt war.

Zum vierten Mal waren auch wir der Einladung des DRK und des Sponsors gefolgt, mit einem Infostand dabei zu sein und Informationen zur Organspende anzubieten und Organspendeausweise auszugeben. Diese haben sich als ein sehr gefragtes Dokument erwiesen, zumal in der Ausführung als stabile Plastikkarte im Kreditkartenformat. Viele der Besucher erneuerten ihren zerschlissenen älteren Papierausweis gegen dieses Leben schenkende Kärtchen aus. Zu unserem großen Erstaunen und zu unser aller Freude zeigten aber sehr viele der zur Blutspende am Eingang Wartenden ihren Ausweis: „Habe ich schon!“ war die oft und gern gehörte Antwort auf die Frage „Dürfen wir Ihnen einen Organspendeausweis und Informationen dazu anbieten?“ - ca. zwei Drittel der Angesprochenen hatten sich also schon entschieden und erklärt, so mancher bereits beim Blutspenden im Jahr zuvor an unserem Infostand.

Dennoch war es wichtig, wieder dabei zu sein, denn wie immer kommen zu den DRK Blutspendetagen im idyllischen Stromberg am Michaelsberg viele sog. „Erstspender“, unsere wichtigsten Gesprächspartner, denn die meisten von ihnen sind auch aufgeschlossen gegenüber der Organspende, denn wie die Blutspende gilt auch dafür das Motto „Leben schenken“.
Allen gaben wir den Ratschlag mit auf den Weg, ihre Entscheidung unbedingt den Angehörigen zur Kenntnis zu geben und diese auch in einer Patientenverfügung zu erklären.
Gleich am ersten Tag wartete in einer fast hundert Meter langen Schlange Blutspendewillige auf Einlass zur Registrierung. Und alle mussten an unserem Stand bzw. an den „Damen und Herren in Blau“ vorbei, die sich für diesen Einsatz bereit erklärt hatten: Leber- Nieren- und Herztransplantierte aus den Kreisen Heilbronn und Ludwigsburg, Fr. Dr. Uschi Traub, Leiterin des Dezernates Prävention im Gesundheitsamt Ludwigsburg mit drei Mitarbeiterinnen und nicht zuletzt Frau Renate Matenaer von der Geschäftsstelle des Aktionsbündnis Organspende Baden-Württemberg, unter dessen Dach und mit dessen Unterstützung die Aktion in diesem Jahr durchgeführt worden ist. Wie in den letzten Jahren organisiert von Josef Theiss, Vorstandsmitglied unseres Verbandes und Ansprechpartner der Kontaktgruppe Ludwigsburg-Bietigheim aus dem nahen Bietigheim-Bissingen. Und alle waren an ihren neuen einheitlich aquablauen Polohemden mit dem Aufdruck „Aktionsbündnis Organspende Baden-Württemberg“ zu erkennen, die vom Sozialministerium gestiftet worden sind. Walter Fessel, im Sozialministerium BW für das Aktionsbündnis zuständiger Ministerialrat und Leiter des Referats 54 „Gesundheitsökonomie, Patienten“ hatte es sich nicht nehmen lassen, sich vor Ort die Resonanz zu beobachten, wie gefragt das Angebot zur Organspendeaufklärung ist und wie es angenommen wird.

Nach einem solchen Großeinsatz ziehen auch wir Bilanz: über 700 ausgegebene und meist vor Ort ausgefüllte Organspendeausweise, an die über 1000 ausgegebenen Informationsbroschüren „Antworten auf Fragen“ mit Flyer, 70-80 % der kontaktierten Personen, die schon einen Organspendeausweis haben, nur sehr wenige die sich dagegen ausgesprochen haben, kaum strikte Ablehnungen – all das zusammen ist das sehr befriedigende Resümee dieses fünftägigen Einsatzes von 15 Aktiven in je zwei Schichten, und dies zeitweise bei sehr hohen Temperaturen! Ihnen allen gebührt ein herzliches Dankeschön für das engagierte Dabeisein – auf Wiedersehen im nächsten Jahr in Tripsdrill!

Josef Theiss
22.8.2017

(Bilder: Josef Theiss)

Kontakt

Lebertransplantierte Deutschland e.V.
Montag - Donnerstag 10:00 bis 15:00 Uhr 

Telefon: 02302/1798991
Fax: 02302/1798992

E-Mail: geschaeftsstelle(at)lebertransplantation.de

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