Organspende – ein lebendiger Stoff für den Schulunterricht in Ludwigsburg

Organspende – ein lebendiger Stoff für den Schulunterricht
Hundert angehende Lehrer und Lehrerinnen der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg studieren ein facettenreiches Thema!

Die enge und bewährte gute Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg durch das Gesundheitsamt Ludwigsburg und unserem Verband war die Grundlage für das dritte Seminar zum Thema Organspende für die angehenden Lehrerinnen und Lehrer am 23. Mai 2017. Prof. Dr. Steffen Schaal (Fach Biologie und ihre Didaktik am Institut für Naturwissenschaften und Technik) ist es ein Anliegen, gerade auch dieses Thema den Studenten für ihren späteren Beruf nahe zu bringen und nahe zu legen. Der Einladung zur Vorlesung waren an die hundert Student/innen des Studienfaches “Gesundheitsförderung im Lebenslauf” gefolgt, die vom Rektor der PH, Prof. Dr. Martin Fix, im vollen Hörsaal begrüßt worden sind.

Die Einführung in die facettenreiche Thematik oblag Frau Dr. med. Uschi Traub, Leiterin des Referates Prävention des Gesundheitsamtes Ludwigsburg, sie führte anschaulich und mit statistischen Zahlen in die Grundlagen der Organtransplantation und die damit unabdingbar verbundene Organspendeproblematik ein, die eine deutliche Sprache sprechen: Sie zeigen einerseits die große Diskrepanz zwischen dem Bedarf an Spenderorganen auf und der verhältnismäßig sehr niedrigen Zahl von tatsächlich realisierten Spenden. Eine Situation, die dazu führt, dass zu viele der Patienten auf der Warteliste verstirbt, bevor sie die ihr Leben rettende Organspende und -transplantation erleben durfte.

Wenn ein selbst Betroffener authentisch von seiner eigenen Erkrankung berichtet, die schließlich eine Organtransplantation unabdingbar machte, um ihn vor dem Tode zu bewahren, dann wird das Thema hautnah und macht nachdenklich. Josef Theiss, Vorstandsmitglied unseres Verbandes und Sprecher der Kontaktgruppe Ludwigsburg, schilderte die Phasen und die Dramatik seiner 5-jährigen Krankheitsgeschichte, seit 23 Jahren darf er sich guter Gesundheit durch eine geschenkte Leber erfreuen.

Dr. Peter Petersen, Transplantationsbeauftragter der Tübinger Kliniken, referierte über die gesetzlichen Grundlagen, die Abläufe bei Organspende, Vermittlung und Übertragung auf den auf eine rechtzeitige Hilfe wartenden todkranken Patienten. Jutta Riemer, Vorsitzende unseres Verbandes und Leiterin des Arbeitskreises Schulunterricht im Aktionsbündnis Organspende Baden-Württemberg, hatte sich auf das Thema „Gerechte Organverteilung und weitere ethische Aspekte“ vorbereitet, aus Zeitgründen moderierte sie noch die Diskussion mit Fragen der Zuhörer und beantwortete viele Fragen.

Im zweiten Teil des Informationstages zum Thema Organspende ging es in einem mehrteiligen Workshop zunächst um die Hilfen für den praktischen Schulunterricht und die dazu verfügbaren Medien sowie um didaktische Methoden, Jutta Riemer hatte für die Teilnehmer dazu eine Arbeitsmappe der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) mitgebracht.
Auch das heikle Thema Organhandel wurde nicht ausgeklammert, Fr. Dr. Uschi Traub zeigte mit konkreten Beispielen die unglaubliche kriminelle Praxis in armen Ländern Europas auf und vor allem in Asien und in erster Linie in China, besonders anschaulich durch das Exempel eines deutschen Journalisten, der sich in Afrika eine Niere kaufte und transplantieren ließ, dadurch aber Deutschland nicht wieder betreten darf, ohne ein Strafverfahren zu riskieren.

Schließlich und endlich ging es um die persönliche Entscheidung und Erklärung jedes Einzelnen (ab 16 Jahren) zur Spendebereitschaft. Dazu führte Josef Theiss in die gesetzlichen Regelungen in Deutschland ein. Er schloss mit dem Appell, sich in jedem Falle selbst zu entscheiden und zu erklären, denn es geht um nichts weniger, als diese Last nicht seinen Angehörigen aufzubürden.

Um das Gehörte nun auch in die Tat umsetzen zu können, gab es anschließend die Möglichkeit, an einem Infostand den eigenen Organspendeausweis gleich auszufüllen oder mitzunehmen. Was auch von zahlreichen anderen Studenten auf ihrem Gang in die Mensa gerne angenommen worden ist.

Josef Theiss, 2.6.2017

Kontakt

Lebertransplantierte Deutschland e.V.
Montag - Donnerstag 10:00 bis 15:00 Uhr 

Telefon: 02302/1798991
Fax: 02302/1798992

E-Mail: geschaeftsstelle(at)lebertransplantation.de

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