Neue Informationen von der DTG für Transplantierte vom 22.05.2020

der aktuelle Newsletter der Deutschen Transplantationsgesellschaft enthält einige für uns Transplantierte und Wartepatienten interessante Informationen:

Wir verfolgen alle die Entwicklung der Zahlen für die Neuinfektionen. Die Reproduktionsziffer R(0) ist inzwischen meistens unter 1.0 und in vielen Ländern der Bundesrepublik werden unter Wahrung von hygienischen Vorsichtsmaßnahmen Schritte zur Öffnung des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens geplant oder umgesetzt. Nach wie vor werden regional sehr unterschiedliche Zahlen an SARS-CoV2-Infizierten behandelt. Die Aktivität in den Transplantationszentren läuft entsprechend dieser Rahmenbedingungen unterschiedlich, ist aber in keinem Zentrum eingestellt. Weiterhin werden aber für Wartelistenpatienten und Transplantierte medizinisch verschiebbare oder nicht aktuell dringend nötige Kontakte verschoben und andere Optionen wie Videokonferenzen oder Telefonsprechstunden genutzt.

Organspende und Corona-Pandemie

Die Situation der Organspende ist nach Information der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) trotz Corona-Pandemie weiterhin stabil und entspricht ungefähr der Situation im Vorjahr.

Durch Obduktionsstudien und weitere Analysen wurde bestätigt, dass das Virus mit großer Wahrscheinlichkeit neben der Lunge auch weitere Organe (Herz, Niere, Gehirn, Endothelien) befällt. Daher ist der Ausschluss von corona-positiven Spendern weiterhin berechtigt.

Krankheitsverlauf bei Transplantierten

Schon im ersten Newsletter hat die DTG alle Ärzte aufgefordert die Daten der Krankheitsverläufe covidkranker, organtransplantierterer Patienten in das LEOSS-Register einzustellen.
Inzwischen kann man den Verlauf bei 51 Transplantierten verschiedener Altersgruppen (Herz, Leber, Leber+Pankras, Lunge, Niere) auswerten. Bei jedem Vierten zeigte sich ein kritischer Verlauf. Jeder Zehnte erkrankte Patient verstarb. Die Mortalität (Versterbewahrscheinlichkeit) liegt also bei Transplantierten deutlich höher als in der Normalbevölkerung. Das bestätigen auch internationale Daten. Es ist daher weiterhin unbedingt empfohlen, Personen in den Wartelisten (die ebenfalls ein erhöhtes Mortalitätsrisiko unter COVID-19 Erkrankung haben) und transplantierte Personen keinen vermeidbaren Infektionsrisiken auszusetzen und als Hochrisikogruppe besonders zu schützen.

Info für Wartelistenpatienten

Normalerweise müssen die Daten zur Aktualisierung des MELD-Score (Leber) und des LAS (Lunge) durch das Transplantationszentrum in durch Richtlinien vorgegebenen Intervallen an Eurotransplant gemeldet werden. Dies ist mit eingehenden Untersuchungen im Zentrum verbunden. Im Zuge der Empfehlung Zentrumsbesuche nur auf das medizinisch notwendige zu beschränken, dürfen diese Zertifizierungsintervalle nun verlängert werden - ohne Nachteil für die Patienten. Dies hat der Vorstand der Bundesärztekammer am 15.5.2020 beschlossen. 

Anmerkung: Verschlechtern sich jedoch Gesundheitszustand und/oder Laborwerte Werte, sollten die extern erhobenen Befunde (Hausarzt/Internist) ans Zentrum geschickt werden, damit dennoch evtl. eine Anpassung des MELD zugunsten des Patienten erfolgen kann.

Zusammenfassung: J. Riemer
Quelle: DTG-Newsletter v. 22.5.2020, alle Newsletter der DTG zur Corona-Situation unter www.d-t-g-online.de

Kontakt

Lebertransplantierte Deutschland e.V.
Montag - Donnerstag 10:00 bis 15:00 Uhr 

Telefon: 02302/1798991
Fax: 02302/1798992

E-Mail: geschaeftsstelle(at)lebertransplantation.de

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