Maske auf - jeder schützt jeden

Aktuell wird sie heiß diskutiert. Die Maskenpflicht für jedermann, der im öffentlichen Raum, z. B. beim Einkaufen oder im Büro unterwegs ist. Bis vor einiger Zeit galt noch die Devise: Einfache, sog. Chirurgenmasken schützen nur vor Infektion, wenn Infizierte sie tragen und so der Husten- und Atemstrom durch den Stoff gebremst wird und so die Infektion gesunder Menschen verhindert. Trägt man als Nichtbetroffener eine Maske, schützt man sich nicht selbst, da die Masken keinen Eigenschutz bieten würden. Maskenpflicht für alle war zudem unvorstellbar, da es bei entsprechenden Lieferengpässen nicht genügend Masken gibt.

Um welche Masken geht es?

Klar sein muss jedem, dass wir hier von MNS-Masken (Mund-Nasen-Schutz), also den normalen „Chirurgen-Masken“ sprechen. Diese sind Einwegprodukte und bestehen aus mehreren Schichten (flüssigkeitsabweisend, filternd). Beim Waschen verlieren diese Schichten ihre Funktion. Es gibt auch schon Ärzte, die in der Zeit der Knappheit empfehlen die benutze MNS mehrere Tage an einem luftigen Ort austrocknen zu lassen und man so davon ausgehen könne, dass eventuelle Viren nicht mehr infektiös sein können. Das Tragen von partikelfilternden Halbmasken (FFP1 – 3) kann körperlich belastend sein (weniger Atemluft), außerdem sollen diese Masken dem medizinischen Personal im Umgang mit Infizierten vorbehalten bleiben.

Das Ja zum MNS – auch ohne Pflicht vernünftig handeln

Gesundheitspolitiker und Arzt Karl Lauterbach erläutert im ZDF bei Markus Lanz: "Wenn wir die Masken hätten und wenn angeleitet würde, wie man sie richtig trägt, wäre die Pflicht zum Tragen dieser Masken im öffentlichen Raum, etwa in Schulen oder im Supermarkt, sinnvoll."

Auch das das Robert-Koch-institut schreibt dazu: Nicht jeder, der mit SARS-CoV-2 infiziert ist, bemerkt das auch. In der Regel sind Betroffene bereits mit sehr leichten Symptomen ansteckend. Manche Infizierte erkranken gar nicht (asymptomatische Infektion), könnten den Erreger aber trotzdem ausscheiden. In diesen Fällen könnte das vorsorgliche Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung dazu beitragen, das Übertragungsrisiko zu vermindern. Deshalb könnte das Tragen Mund-Nasen-Bedeckung durch Personen, die öffentliche Räume betreten, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werdenkann, z.B. ÖPNV, Lebensmittelgeschäften oder auch ggf. am Arbeitsplatz, dazu beitragen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen. Darüber hinaus könnten Mund-Nasen-Bedeckungen das Bewusstsein für „physical distancing“ und gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen. „

In diesem Sinne sind alle, auch die selbstgenähten oder sogar der vor Kinn, Mund und Nase gezogene Baumwollschal hilfreich. Noch besser ist es, wenn man zusätzlich eine Brille trägt.

Einig sind sich alle, dass die optimal vor Viren schützenden FFP-Masken in der derzeitigen Situation dem Personal in der Betreuung von Kranken und zu Pflegenden vorbehalten bleiben muss.

Auch mit Mund-Nasen-Schutz - Nicht in falscher Sicherheit wiegen!

Die einfache Chirurgenmaske oder die selbstgenähten Alternativen schützen uns nicht sicher vor Ansteckung. Nach wie vor sind -auch mit Maske- die wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen: Korrekte (Hände-) Hygiene, richtiges Husten- und Niesverhalten und Abstand halten. In der Natur, also z.B. beim Spaziergang und beim Joggen, wo man auf entsprechenden Abstand achten kann, ist es nicht nötig eine Maske zu tragen.

Falsch genutzter Atemschutz kann zur Infektionsquelle werden

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont: Wer eine Maske trägt, muss auch wissen wie – sonst wird die Maske schnell selbst zur Infektionsquelle.

  • Aufsetzen der Maske nur mit korrekt gereinigten Händen
  • Bedecken von Mund, Nase und Kinn ohne Lücken zwischen Gesicht und Maske
  • Maske während des Gebrauchs nicht berühren (zurechtrücken etc.). Wird sie doch berührt: Händewasche bzw. desinfizieren)
  • Wird die Maske feucht, nicht weiterverwenden. Einwegmasken entsorgen
  • Abnehmen der Maske von hinten an den Trägern – ohne Berührung der Vorderseite (Kontamination der Hände vermeiden) nach Abnehmen der Maske Hände reinigen

Selbstgenähte Atemschutzmasken werden auch BMNS (Behelfs-Mund- und Nasenschutz) genannt. Hier fehlt natürlich auch jedwede Gewährleistung. Für die Nutzung dieser BMNS sollte man folgende Hinweise beachten:

  • Der Stoff muss eng angelegt an Mund und Nase atemdurchlässig sein (vor dem Nähen prüfen) Soll die Maske mehrlagig werden, muss der Test mit allen Lagen durchgeführt werden.
  • Stoff wählen, der bei mind. 60°C gewaschen werden kann. (oder der 5-minütiges Auskochen im Topf auf dem Herd toleriert)
  • BMNS immer trocken lagern.
  • Waschen vor dem ersten Einsatz
  • BMNS nach jeder Anwendung waschen.
  • Durchfeuchteten BMNS wechseln

7.4.2020
Jutta Riemer

Quellen: www.rki.de, www.swrfernsehen.de/marktcheck, https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-1-april-2020-100.html, https://www.who.int/emergencies/diseases/novel-coronavirus-2019/advice-for-public/when-and-how-to-use-masks

Videohinweis:

mit Eckart von Hirschhausen #Maskeauf # wirbleibenzuhaus #hirschhausenzuhauss

https://www.youtube.com/watch?v=ngtibqouM0I&feature=youtu.be

Kontakt

Lebertransplantierte Deutschland e.V.
Montag - Donnerstag 10:00 bis 15:00 Uhr 

Telefon: 02302/1798991
Fax: 02302/1798992

E-Mail: geschaeftsstelle(at)lebertransplantation.de

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