In Erinnerung an Prof. Dr. Dr. h.c. Xavier Rogiers (1956 - 2019)

Der Verein Lebertransplantierte e.V. trauert um Prof. Xavier Rogiers. Er verstarb nach schwerer Erkrankung am 20.11.2019 im Alter von 63 Jahren.

Prof. Xavier Rogiers gebürtig aus Ypern in Westflandern (Belgien) studierte dort in seiner Heimat Medizin. Dort schloss er auch seine Ausbildung der Chirurgie und Geburtshilfe ab und wurde 1982 mit der Auszeichnung magna cum laude promoviert. Danach führten ihn zahlreiche Studien der hepatobiliären und Transplantationschirurgie u.a. nach Paris, Glasgow, London und Chicago. In dieser Zeit galt sein besonderes Interesse der Entwicklung der hepatobiliären Chirurgie, insbesondere der Lebertransplantation. Er trug hier maßgeblich zur Entwicklung der Lebendleberspende und der Split-Leber-Transplantation bei.

1992 kam er zum Lebertransplantationszentrum an das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), um bei Prof. Christoph Broelsch 1997 zu habilitieren. Ein Jahr später wurde er zum Direktor der Klinik für hepatobiliäre Chirurgie und viszerale Transplantation ernannt und 2001 auf den Lehrstuhl der Universität Hamburg berufen, um 2004 auch zum Direktor des Transplantationszentrums am UKE gewählt zu werden. Dort hat er Maßstäbe in der viszeralen Transplantations- und Kinderchirurgie gesetzt.

Sicher kennen ihn einige unserer Mitglieder aus dieser Hamburger Zeit oder haben bei Fachveranstaltungen seine Vorträge erleben dürfen. Über sein Engagement in Forschung und Lehre und seine hohe Fachkompetenz hinaus durften wir Prof. Rogiers immer als einen eher bescheidenen Menschen mit großen Herzen für die Patienten erleben.

2006 kehrte Prof. Rogiers dann in seine Heimat zurück und übernahm an der Universität Gent den Lehrstuhl für Transplantationschirurgie sowie die Leitung des Transplant Centers. In dieser Position war er 2012 beteiligt an der ersten vollständigen Gesichts- sowie Uterustransplantation in Belgien.

In seiner Funktion als Vorstandsmitglied und Vizepräsident von EUROTRANSPLANT leistete er wertvolle Arbeit bei der Entwicklung von Standards im Bereich der Leber- und Darmtransplantation.

Wir werden uns stets gerne an ihn als klugen Arzt, als einen Mensch mit großem Herzen und Menschlichkeit erinnern. Besonders auch durch sein ständiges, ungemein engagiertes Bemühen für seine Patienten, die Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe und sein Engagement für die Organspende wird Prof. Rogiers besonders den Mitgliedern der Hamburger Kontaktgruppe in Erinnerung bleiben.

Mit seinem Tod hat die Transplantationsmedizin einen herausragenden und engagierten Arzt verloren, der sich neben seiner fachlichen auch durch seine soziale Kompetenz auszeichnete. Wir werden ihn sehr vermissen!

B. Hüchtemann / J. Riemer

Kontakt

Lebertransplantierte Deutschland e.V.
Montag - Donnerstag 10:00 bis 15:00 Uhr 

Telefon: 02302/1798991
Fax: 02302/1798992

E-Mail: geschaeftsstelle(at)lebertransplantation.de

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