Ein Betroffener berichtet: Lebertransplantiert und durchstandene Coviderkrankung

Hallo, Ihr lieben Lebertransplantierte,

heute möchte ich von meinen Erfahrungen mit Corona als Lebertransplantierter berichten. Vielleicht ist mein kurzer Erfahrungsbericht für andere Transplantierte interessant, auch wenn die Infektion ja auch bei Transplantierten sehr unterschiedlich verlaufen kann.

Zu meiner Person: Ich bin 57 Jahre alt, bin verheiratet und habe 4 Söhne. Meine Grunderkrankung ist eine PSC (Primär sklerosierende Cholangitis) Diese entzündliche Erkrankung der Gallenwege schritt fort und 2009 war es dann soweit, dass eine Transplantation unumgänglich wurde. Die Transplantation rettete mir schließlich das Leben und ich nehme nun, wie viele Transplantierte als Immunsuppression Tacrolimus (2mg pro Tag).

In dieser Corona-Zeit hat das Virus vor mir leider nicht Halt gemacht. Was man verhindern wollte, ist doch passiert. Vielleicht war es der Besuch eines Kirchenchorkonzertes kurz bevor Veranstaltungen dieser Art nicht mehr stattfinden durften? Wir wissen es nicht. Jedenfalls habe ich mich mit SARS-CoV-2 infiziert. Die Erkrankung zog sich über 7 Wochen mit einem Entzündungsgefühl auf Lunge, Kurzatmigkeit, Halsschmerzen und immer das Gefühl der Schlappheit! 38,2 ° Fieber hatte ich nur einmal. Die Krankheit verlief in Schüben. Es ging mir schlecht, dann wurde es besser und ich hatte schon gehofft, dass alles vorbei wäre, dann wurde es wieder schlimmer. Glücklicherweise war der Verlauf bei mir so, dass ich nicht ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. Ich bekam auch keine speziellen Medikamente oder ärztliche Betreuung. Mein Körper musste mit dem Virus selbst fertig werden. Nach 10 Wochen wurde auf Corona Antikörper getestet. Der Antikörpertest EIA-lgG (Euroimmun) zeigte im Blut den Wert 2,2 (im Labor relevant ab 0,8). Inzwischen bin ich wieder ziemlich fit, kann täglich 15 km Rad fahren. Manchmal ist sie noch da - die Kurzatmigkeit. Das spüre ich auch daran, dass ich noch nicht wieder so gut singen kann wie vor der Covid-Erkrankung.

Nebenbei habe ich versucht mit vielen bewährten „Hausmittelchen“ das Wohlbefinden zu steigern und den Verlauf vielleicht etwas zu lindern. Also alles das, was man auch tut, wenn man z.B. einen grippalen Infekt hat: Inhalieren mit Sole, vitaminreiche Früchte, Zwiebeln, Knoblauch, Eukalyptus- und Mentholbonbons und jeden Tag einen ½ Teelöffel Mhyrrekörnchen, die entzündungshemmend wirken sollen. Diese nehme ich auch ansonsten wegen einer Colitis (Darm-Entzündung) ein. Ob diese Maßnahmen geholfen haben? Ich hatte das Gefühl. Aber das sind natürlich meine ganz persönlichen, subjektiven Empfindungen.

Was mir emotional sehr geholfen hat, war das Gebet. Ich habe Jesus meine Ängste und Sorgen gesagt und er hat mich dann ruhig gemacht.

Soweit mein kleiner „Coronaeinblick“.
Euch Aktiven im Verein an dieser Stelle einmal ein ganz dickes Dankeschön für Eure Superarbeit und Euren Einsatz für Lebertransplantierte.
Euch Allen viel Kraft, Gesundheit und alles Gute

K.J. (Autor der Redaktioin bekannt)

Kontakt

Lebertransplantierte Deutschland e.V.
Montag - Donnerstag 10:00 bis 15:00 Uhr 

Telefon: 02302/1798991
Fax: 02302/1798992

E-Mail: geschaeftsstelle(at)lebertransplantation.de

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