Festveranstaltung zum 25-jähriges Jubiläum

„Heute habe ich nicht eine sondern vier Veranstaltungen besucht, von denen jede für sich die Reise nach Schwetzingen wert war. Einen bewegenden Gottesdienst in der schönen barocken Kirche St. Pankratius, eine Wiedersehensfeier mit vielen Freunden und Bekannten von Lebertransplantierte Deutschland im Schwetzinger Schloss, eine Vortragsveranstaltung mit vielen interessanten und spannenden Vorträgen und ein hochklassiges Kammerkonzert mit dem Max Brod Trio aus Berlin.“ So bedankte sich eine Teilnehmerin an der Jubiläumsfeier beim Organisationskomitee.

Die Jubiläumsfeier von Lebertransplantiert Deutschland ist Geschichte. Aber eine Geschichte die in denen, die an ihr teilnehmen konnten, noch lange nachklingt. Der ökumenische Dankgottesdienst in der barocken St. Pankratiuskirche wurde von der Heidelberger Pfarrerin Barbara Roßner und dem Heidelberger Diakon Thomas Gruen geleitet. Mitgestaltet wurde er von Mitgliedern, sowohl von Empfängern eines Organs als auch von Angehörigen von Organspendern. Für die musikalische Begleitung sorgte der selbst lebertransplantierte Gundolf Belz mit seiner Band „All in One“ in vorzüglicher Weise. Die beträchtliche Kollekte kam der Rudolf-Pichlmayr-Stiftung zugute, die mit dem Ederhof eine Reha-Einrichtung für organtransplantierte Kinder betreibt. 

Die anschließende Festveranstaltung im Schloss Schwetzingen begann mit einem gemeinsamen Imbiss im Foyer des Mozartsaales. Zum Auftakt im Mozartsaal spielte das Max Brod Trio aus Berlin, das mit erlesener Kammermusik auch während der ganzen Veranstaltung die Zuhörer erfreute. 

Jutta Riemer, die langjährige Vorsitzende begrüßte die Mitglieder und Gäste. „Wir werden auch in Zukunft zu brisanten Themen in der Transplantationsmedizin und Organspende Stellung beziehen“, versprach sie den Anwesenden. 

Es folgte das Grußwort von Prof. Dr. mult. Eckard Nagel, dem Schirmherr von Lebertransplantierte Deutschland. Er verglich das Wachstum und Gedeihen von Lebertransplantierte Deutschland mit einem Baum. „ Ein bemerkenswert große Baum , der da gewachsen ist“ so Prof. Nagel.

Dr. med. Axel Rahmel. Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation bedankte sich für die Einladung. „Für die Mitarbeiter der DSO ist es wichtig Kontakt zu den Organtransplantierten zu haben und daraus Kraft zu schöpfen. Zu oft seien sie nur mit der tragischen Seite der Organstransplantation beschäftigt.“

Prof. Dr .med. Bernhard Banas, Präsident der Deutschen Transplantationsgesellschaft forderte in seinem Grußwort: „Wir brauchen in Deutschland eine Kultur der Organspende. 797 Organspender im letzten Jahr sind für ein Volk von über 80 Millionen Menschen zu wenig.“

Egbert Trowe, der stellvertretende Vorsitzende von Lebertransplantierte Deutschland bat um eine Schweige- und Gedenkminute für die Organspender und verstorbenen Vereinsmitglieder.

„Das größte Wunder ist das Leben!“ So begann Brigitte Herzog vom Netzwerk Spenderfamilien ihren bewegenden Vortrag. Sie berichtete über ihre Tochter Marlene, die 18-jährig durch einen Unfall verstarb und auf eigenen Wunsch zur Organspenderin wurde. Trost findet sie darin, dass 4 Menschen mit den Organen ihrer Tochter weiterleben dürfen, darunter ein siebenjähriger Junge.

Prof. Dr. med. Gerd Otto, Ehrenmitglied von Lebertransplantierte Deutschland ließ 25 Jahre des Vereins Revue passieren und würdigte die Tätigkeit der Aktiven, die vom Besuch am Krankenbett bis über politische Arbeit in den verschiedensten Gremien bis zur Zeitschrift Lebenslinien und der Homepage reiche. Lange Überlebenszeiten von über 20 Jahren nach einer Lebertransplantation hielt Prof. Otto auch für einen Erfolg der Selbsthilfe Lebertransplantierte Deutschland.

Prof. Dr. mult. Eckard Nagel zeigte die aktuelle Entwicklung und Perspektiven in der Transplantationsmedizin und der Organspende auf. „ Es gibt keine Pflicht zur Organspende, aber eine Pflicht sich damit auseinanderzusetzen ob man Organspender sein möchte oder nicht. Die Pflicht uneigennützig zu helfen ist eine Grundlage des christlichen Glaubens und Solidarität die Grundlage unseres Gesundheitssystems“ führte er aus.

Eine kriminalistische Spurensuche hatte Prof. Dr. med. Christian Straßburg aus Bonn seinen Vortrag überschrieben und damit viele Zuhörer vor ein Rätsel gestellt. Einen schwer leberkranken Musiker und Komponisten der in der Zeit von 1770 bis 1827 lebte, stellte er anhand historischer Dokumente vor, die detaillierte Rückschlüsse auf sein Leiden zulassen. Wie die Krankheit auch sein Schaffen beeinflusste zeigte er anhand des Schrift- und Notenbildes. Auch in seinen Kompositionen lässt sich der Krankheitsverlauf erkennen, exemplarisch vom Max Brod Trio dargeboten. Ludwig von Beethoven war der Gesuchte, der letztlich seinem Leberleiden erlag.

 

Der Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung des Jutta-Vieneusel-Preises. Diesen erhielt erstmalig der Heidelberger Dieter Eipel. Er war Leiter der Intensivstation des Heidelberger Klinikums und hat dort lebertransplantierte Patienten betreut. Heute ist er als interner Transplantationskoordinator des Klinikums tätig. Er war über 25 Jahre zuverlässiger Partner für alle Patienten und den Verband Lebertransplantierte Deutschland. „Er hat sich weit über das berufliche Maß hinaus engagiert“ würdigte ihn Jutta Riemer.

Im Schwetzinger Brauhaus zum Ritter ließen viele der Veranstaltungsteilnehmer den Abend bei gutem Essen ausklingen. Gut besucht war auch die Schlossgartenführung am nächsten Tag. An die barocke Schlossanlage grenzt eine große Parkanlage die durch einen englischen Landschaftsgarten ergänzt wurde. Für Gartenfreunde sind diese Anlagen allein einen Besuch in Schwetzingen wert.

Einen ausführlichen Bericht über die Veranstaltung mit vielen Bildern finden Sie in der nächsten Ausgabe der Lebenslinien.

Text: Gerd Böckmann
Bilder: Thomas Lebkücher, Andrea Sebastian, Steffen Elsishans und Josef Theiss

 

Kontakt

Lebertransplantierte Deutschland e.V.
Montag - Donnerstag 10:00 bis 15:00 Uhr 

Telefon: 02302/1798991
Fax: 02302/1798992

E-Mail: geschaeftsstelle(at)lebertransplantation.de

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