Mein Sohn - mein Lebensretter

Im Jahr 1992 erfuhr ich, damals 43 Jahre alt, dass meine Leberwerte nicht in Ordnung waren. Einen Auslöser hierfür gab es nicht. Da sich die Werte nicht änderten, wurde ich 1995im Krankenhaus untersucht. Ergebnis: keine besonderen Auffälligkeiten.

Im Frühjahr 1996 trat dann plötzlich eine Blutung der Speiseröhre (Varizenblutung) auf, jetzt wurde eine Leberzirrhose diagnostiziert. Von nun an war ich regelmäßig in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), musste Medikamente nehmen und mich eiweißreduziert ernähren.

Allerdings konnte ich weiterhin berufstätig sein.

Da sich mein Zustand weiter verschlechterte, stellte ich 1998 auf Anraten meines Arztes Antrag auf Rente wegen Erwerbsunfähigkeit. Dieser wurde problemlos akzeptiert.

Im Juli 1999 kam es zum ersten Mal zu einem Leberkoma. Diese Vorfälle wiederholten sich, so dass ich mich von nun an mehr im Krankenhaus als zuhause aufhielt.

Im August 1999 wurde ich auf die Liste für Lebertransplantation gesetzt.

Leider verschlechterte sich mein Zustand zusehends, mit Blutgruppe 0 und einer nur kurzen Wartezeit waren die Chancen gering, noch rechtzeitig ein Organ zu erhalten.

Im Oktober 1999 nahm meine Frau an einem Patientenseminar der Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland teil und hörte dort zum ersten Mal von der Möglichkeit einer Lebendspende von Eltern für ihre Kinder. Nach ihrer Rückkehr erzählte sie zufällig unserem ältesten Sohn Marius (damals 23 Jahre alt und im Studium) von diesem neuen Wissen. Nach zwei Tagen rief Marius an und fragte, ob das auch umgekehrt von Kindern für Eltern möglich sei.

Wir sprachen darüber und ich wehrte mich erst gegen den Gedanken, dass unser Sohn sich meinetwegen einer großen Operation unterziehen sollte.

Da ich jedoch zunehmend schwächer wurde und jetzt auch meine Nieren betroffen waren, wurde die Zeit knapp, und es musste schnell entschieden werden. So stimmte ich dem Angebot von Marius doch zu.

In Hannover wurde unser Vorschlag akzeptiert, Marius wurde für zwei Wochen zur Überprüfung in die MHH aufgenommen und wir erhielten noch eine Woche Zeit, um uns alles zu überlegen

Am 8. Dezember 1999 erhielt ich von Marius 60 % seiner Leber. Er hatte einen komplikationslosen Verlauf und wurde nach 9 Tagen entlassen, nach einem halben Jahr war seine Leber wieder komplett regeneriert, er verspürt seither keinerlei Nachwirkungen der Operation. Bei mir dauerte es nach einem Galleleck noch etwas länger mit der Entlassung.

Seither sind 11 Jahre vergangen, in denen sich viel Schönes ereignet hat. Vater, Mutter und Brüder sind Marius weiterhin dankbar für seine großartige Tat.

Wir danken aber auch den MitarbeiterInnen der MHH und Professor Nashan für ihre kompetente Fachlichkeit.

Kontakt

Lebertransplantierte Deutschland e.V.
Montag - Donnerstag 10:00 bis 15:00 Uhr 

Telefon: 02302/1798991
Fax: 02302/1798992

E-Mail: geschaeftsstelle(at)lebertransplantation.de

Mitmachen - Mithelfen

Sie möchten Mitglied werden?
Hier gehts zur Beitrittserklärung

Sie möchten unsere Arbeit unterstützen?
Hier können Sie spenden

Mein Ausweis meine Entscheidung